Wirksame Übungen gegen LRS für Dein Kind!

Hilfe, mein Kind kann einfach nicht richtig schreiben!

Kann es doch!

Wie es das schnell lernen kann und welche Gründe es für LRS gibt, beschreibe ich heute hier für Dich:

Kinder, die untereiner Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten leiden, sind nicht weniger schlau als ihre Mitschüler.

Man geht heute eher davon aus, dass bestimmte Dinge im Gehirn noch nicht gut entwickelt sind oder das ein Kind auf dem „falschen“ Lernkanal versucht, sich Wörter einzuprägen.

Bei einer Reifeverzögerung im Gehirn wird davon ausgegangen, dass möglicherweise die neuromotorische Reife (Nerven-Muskel-Reife )fehlt bzw. verzögert ist.

In dem dem Buch „Nie wieder Horrordiktate!“ von Joseph Kennedy werden folgende Gründe für eine LRS genannt:

  1. Vererbung – Viele Eltern hatten in der Kindheit auch Lese-Rechtschreib-Probleme.
  2. Sauerstoffmangel während der Geburt kann später zu einer Legasthenie führen.
  3. Frühgeburten können ein weiterer Faktor sein, weil die Gehirnentwicklung noch nicht ganz abgeschlossen ist.
  4. Erkrankungen als Baby oder Kleinkind können zu Reifeverzögerungen führen .
  5. Eine weitere mögliche Ursache ist, wenn das Kind vernachlässigt wurde oder wenn es ständig wechselnden Bezugspersonen ausgesetzt war, was manchmal bei Pflegekindern der Fall sein kann.

    Dies können alles auch Gründe sein, warum die frühkindlichen Reflexe sich nicht integrieren, die auch zum Teil im Zusammenhang damit stehen, für Lese- und Rechtschreibprobleme verantwortlich zu sein. Oftmals treten die Probleme auch in Kombination mit  einer verzögerten Sprachentwicklung auf. Unreife in der Grob- und Feinmotorik, Probleme mit der Aufmerksamkeit. Deshalb ist ein Körper- Gehirn- Reflextraining sehr empfehlenswert. Das Gehirn wird mit rhythmischen Bewegungsübungen stimuliert, damit es nachreifen kann und die  neuromotorische Reife schneller erreicht wird.

    Sollte Dir bei Deinem Kind die ein oder andere Entwicklungsverzögerung auffallen, sprich mich an. Wir haben ein spezielles, körperliches Training entwickelt, dass wirksam ist und auch noch richtig Spaß macht.

    Weil:

    Die Fähigkeit, Symbole und Buchstaben automatisch zu kombinieren, ist uns angeboren. Es ist, wie bei der Sprache, jedoch ein offenes Programm. Bei der Aneignung der Sprache muss das Gehirn des Kindes mit Wörtern gefüttert werden. Intuitiv bildet das Kind dann durch Nachahmung sinnvolle Sätze. Das alles funktioniert aber nur unter einer zentralen Voraussetzung: dass das Sprachzentrum biologisch reif ist!

    Das gleiche Phänomen gilt auch für die Rechtschreibung : Damit das Kind lesen und schreiben lernt, muss das Lese-Schreib-Zentrum mit Buchstaben „gefüttert“ werden! Und zwar so lange, bis das Kind die passenden Buchstaben automatisch in die korrekte Reihenfolge setzen kann. Lesen ist die Fähigkeit eine Reihe von Buchstaben als ein Wort zu erkennen. Voraussetzung dafür ist wiederum die biologische Reife des Lese-Schreib-Zentrums.

    Stimulation ist wichtig, sobald das Kind auf der Welt ist, damit Gehirnentwicklung und die neuronalen( die Nervenverbindungen im Gehirn) Verknüpfungen stattfinden können.,
    Neuronale Unreife bei Lese- und Rechtschreibproblemen heißt, dass die Nervenzellen, die für das Lesen und Schreiben zuständig sind, noch nicht ausreichend miteinander vernetzt sind. Die Myelin-Schicht(eine art Nervenummantelung) ist noch nicht dick genug, es sind vielleicht nur neuronale Trampelpfade im Gehirn vorhanden, statt  6 – spuriger Autobahnen.

    Das Lese-Rechtschreibzentrum arbeitet mit anderen Gehirnarealen zusammen, die für das Sehen, die Bilderkennung, die Sprache und die Feinmotorik zuständig sind. Hier gilt es „Autobahnen“ zu den Gehirnarealen anzulegen. Dies geschieht, indem sie immer und immer wieder aktiviert werden. Dafür ist es notwendig, dass Ihr Kind die Buchstaben über alle Sinne immer und immer wieder aufnimmt. Die Buchstaben nur über das Sehen oder über das Hören zu lernen, bringt nicht den gewünschten Erfolg.

    Joseph Kennedy stellt in seinem Buch eine geniale Technik vor, nämlich “Buchstaben tippen”.

    Gerne möchte ich Dir heute diese tolle Methode erklären:

    Dein Kind muss dazu Texte auf der Tastatur eines Computers abtippen und die Buchstaben laut aussprechen. So werden alle Sinne beteiligt. Ihr Kind tippt dabei nur mit dem Zeigefinger.

    Was im Gehirn passiert:

    Dein Kind schaut auf den ersten Buchstaben, des ersten Wortes, zum Beispiel“ Haus“.

    Das Auge sieht im Buch den Buchstaben H, dieser Impuls wird über das Sehzentrum an das „Lese-Schreib-Zentrum“ geschickt und dort gespeichert. Aber nicht nur ein Mal! Dein Kind schaut danach ja auf die Tastatur und sieht den Buchstaben H noch einmal – nun hat es schon das H zwei Mal visuell aufgenommen. Ein drittes Mal tut es das, wenn es diesen Buchstaben auf dem Bildschirm erkennt.

    Gleichzeitig wird der Tastsinn angesprochen. Dein Kind drückt mit dem Schreibfinger auf die H-Taste. Dieser Impuls wird über das motorische Zentrum ans Lese-Schreib-Zentrum weitergeleitet und dort zusätzlich abgespeichert.

    Wenn das Kind nun beim Antippen der H-Taste den Buchstaben H laut ausspricht, wird auch noch der Gehörsinn und das Sprachzentrum aktiviert. Sehr wichtig, die genauen Lautwerte der Buchstaben aussprechen, also „Hö“ und nicht „Ha“. Dabei wird über das Hörzentrum also der Laut, der zu dem jeweiligen Buchstaben gehört, ausgesendet, zugeordnet und im „Lese-Schreib-Zentrum“ gespeichert.

    Dein Kind prägt sich die einzelnen Buchstaben von „Haus“ über die Sinne Sehen, Hören und Tasten fünf Mal ein. Damit hat es das Wort gehirngerecht zerlegt und wieder zusammengefügt!

    Zerlegt Dein Kind das Wort mithilfe der Tastatur in die einzelnen Buchstaben, passiert im Gehirn eine ganze Menge:

    Die im Lese-Schreibzentrum ankommenden Buchstabenimpulse verursachen eine positive Explosion von Nervenimpulsen am synaptischen Spalt(wichtiger Verbindungspunkt und Übertragungsknoten) zwischen den Gehirnzellen. Durch diese Stimulation werden die Synapsen immer stärker aktiviert, bis die Verknüpfung zwischen den Nervenzellen die Stärke und Leistungsfähigkeit erreicht haben, die für gutes Lesen und Schreiben nötig sind (6- spurige Autobahn)!

    Fehlen die Verknüpfungen, kann Dein Kind üben und nochmals üben, und trotzdem wird es so nicht richtig lesen und schreiben lernen!“

    Einleuchtend, oder?

    Viele Kinder haben das schon ausprobiert und damit tatsächlich gelernt, besser zu lesen und zu schreiben.

    Es reichen15- 20 Minuten Tipptraining jeden Tag, damit sich allmählich die Lese- und Schreibfähigkeit verbessert.

    Viel Spaß beim ausprobieren, Deine Anja

 

 

Schön, dass Du da warst! Bis bald.

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